Steuersparen wie ein Kaiser in der Schweiz...
In dieser Woche legt der bekannte Steuerrechtler Prof. Kirchhof der Politik seinen radikalen Entwurf zum Umbau des deutschen Steuersystem vor. Manch einer will darauf nicht mehr warten. Viele Prominenten sind aktuelle Beispiele für die Übersiedlung in die Schweiz aus steuerlichen Gründen. Was steckt dahinter? Abgangsparadies nur für die Reichen oder überlegtes Steuersystem, von dem wir uns eine Menge abschauen können? Die kleine Schweiz ist ein Magnet für Millionäre, Geldwäscher und Steuerhinterzieher - das sind die großen Klischees. Sie werden immer genärt durch prominenten Einwanderer, die vor allem eines mitbringen: Privatvermögen ohne Ende. Das sind beispielsweise Spitzensportler, reiche Erben und Lebemänner, Unternehmnerlegenden - viele haben mit den Schweizer Finanzbehörden eine Pauschale vereinbart.
Viele Kantone in der Schweiz kennen keine Erbschaftssteuer
Immer mehr Deutsche Unternehmer wollen ihr betriebliches Vermögen in die Schweiz verlagern, zum Beispiel wegen der Erbschaftssteuer. Sie fällt in den meisten der 26 Kantone überhaupt nicht an, wenn bestimmte Spielregeln beachtet werden Schweizer Finanzbehörden bleiben zurückhaltendOb Steuerhöhe, Steuerart oder Steuerbürokratie - erfahrene Berater hören von den alten Firmenchefs immer öfter ein Motiv für Standortflucht aus Deutschland: Planungssicherheit statt Cahos. Prof. Burn-Hagen Hennerkes, ein Experte für Familienunternehmen sagt, die Schweiz biete eben all das, was früher einmal auch die Deutschen stark gemacht habe. Und die steuerliche Situation werde immer attraktiver, inzwischen gebe der Staat sogar eine Steuergarantie über 10 Jahre.
Kommunaler Steuerwettbewerb in der Schweiz
Steuerwettbewerb ist Schweizer Prinzip. Das gilt auch zwischen Kantonen und Kommunen. Wer zum Beispiel als verheirateter Freiberufler in Kreuzlingen - 150.000 Franken im Jahr zu versteuern hat, zahlt rund 28.000 Franken Einkommenssteuer. Zwei Kilometer entfernt, im benachtbarten Bottighofen, sind es noch mal fast 6.000 Franken weniger.
Auswanderungsagenturen bedienen mittlerweile eine wachsende Nachfrage von deutschen Selbstständigen, aber auch abhängig Beschäftigten. Denn seit Juni vergangenen Jahres ist es für EU-Bürger leichter, sich in einem der 26 Schweizer Kantone niederzulassen, wenn sie dem Staat nicht zur Last fallen und ausreichend krankenversichert sind.
Höhere Nettolöhne dank geringer Abzüge
Schweizer Arbeitgeber können deutsche Qualifizierte mit höheren Gehältern locken, weil ihre Beschäftigen sie brutto trotzdem weniger kosten. Mehr netto in der Tasche - z.B. ein deutscher Staatsbürger. Gut ausgebildet wagte er den Sprung in eine Züricher Bank. Ihm macheh die hohen Lebenserhaltungskosten z.B. für Wohnung oder Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedars zu schaffen, doch er muss abwägen, was unter dem Strich stärker zählt. Und da ist das Ergebnis für ihn eindeutig. Insgesmat überwiegen die Steuervorteile. Beim Dieseltanken z.B. darf man sich über die Schweizer Beständigkeit freuen. Im öko- und mineralölbesteuerten Deutschland seit 1997 ein Steuerplus von 48,4 Prozent, in der Schweiz blieben die Steuern auf den Treibstoff dagegen unverändert. Steuern werden weiter gesenktUnd noch etwas ist in der Schweiz ganz anders als in Deutschland. Dem Staatsbürger etwas zurückgeben, ist bindendes Haushaltsrecht der Eidgenossenschaft. Die Folge: statt kommunale Überschüsse etwa in überflüssige Protzbauten oder Schwimmbäder zu versenken, sinken in der Schweiz manchmal sogar die Steuersätze. Beobachter verweisen da insbesondere auf Zug. Dort fiel im vergangenen Jahr die Einkommenssteuer abermals von 6,29 auf sagenhafte 5,10 Prozent
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